Sie sind so genannte Scheidungskinder, schon längst aus den Kinderschuhen raus. Junge Männer und Frauen, die ihre ersten Schritte, mehr schlecht als recht, ins erwachsene Leben hinein vollzogen haben. Meist bei der Mutter aufgewachsen, haben sie vielleicht wenig Kontakt zum Vater. Ihre Eltern leben in neuen Beziehungen, es gibt kleinere Halbgeschwister. Michael, 21 Jahre alt ist so einer. Schule gerade so geschafft, Ausbildung beim 2. Anlauf beendet, jetzt arbeitslos. Papa lebt irgendwo in Deutschland, Anschrift unbekannt. Mama ist wieder verheiratet und hat sich mit ihrem neuen Glück in die nächste Großstadt abgesetzt. Mit der Oma mütterlicherseits gibt es Streit. Um die Finanzen steht es schlecht, ebenso ist es mit den Freunden. Der soziale Absturz droht. Michael hat schon einige Nächte auf der Parkbank verbracht. Was diesen jungen Menschen fehlt, ist familiärer Rückhalt. Liebe Eltern, lassen Sie Ihre fast erwachsenen Kinder nicht im Regen stehen. Ist Blut dicker als Wasser?